Aus dem Fenster schauen

21.06.2021

Ich habe rea­li­siert, dass wann immer ich am Schreib­tisch sitze und etwas lese, das mich zum Nach­den­ken bringt, es das Denken ver­fei­nert und vertieft, wenn ich aus dem Fenster schaue. Das hat einen stärkeren Effekt, wenn man in einem höheren Stockwerk sitzt und so die Sicht nicht durch andere Häuser blockiert wird. Das in die Ferne schauen scheint ir­gend­et­was im Gehirn anzuregen. Mög­li­cher­wei­se liegt es daran, dass unsere Augen genau dafür kon­zi­piert wurden und wir auf die Weise im Einklang mit unserem eigenen Wesen sind. Wenn sich ein Bild­schirm oder ein Buch un­mit­tel­bar vor unserem Gesicht befindet, scheint das Denken in einen anderen Modus zu schalten. Es ist, als ob in die Ferne schauen einen wieder erdet und zu einem selbst zu­rück­bringt.

Dem Spazieren gehen wird nach­ge­sagt, dass es das Denken anregt. Viel­leicht ist nicht das Laufen dafür ver­ant­wort­lich, sondern die Tatsache, dass man dabei in die Ferne schaut. Es wäre in­ter­es­sant zu un­ter­su­chen, ob es den gleichen Effekt hat, wenn man beim Spa­zie­ren­ge­hen ein Objekt vor das Gesicht hält, so dass man gezwungen ist einen Punkt aus nächster Nähe zu fixieren.