Berühre dein Gesicht!

02.08.2020

Ich habe schon ganz früh bei mir selbst be­ob­ach­tet, dass wenn ich Kopf­schmer­zen habe oder einen Druck über einem Auge oder in der Stirn spüre, dieses un­an­ge­neh­me Gefühl sofort um ein Viel­fa­ches zu­rück­geht, wenn ich meine Hand an diese Stelle lege. Je mehr von der Hand­flä­che ich auf die Stelle gelegt habe, desto be­ru­hi­gen­der hat es gewirkt. Ebenso konnte ich be­ob­ach­ten, dass wenn mir jemand etwas kom­pli­zier­tes erzählt, was meine volle Auf­merk­sam­keit erfordert, ich der Sache besser folgen konnte, wenn ich mein Kopf an der Han­din­nen­flä­che oder der Faust abstütze. Al­ter­na­tiv auch, wenn ich meinen Kinn berühre oder meine Wange, z.B. mit zwei oder mehr aus­ge­streck­ten Fingern oder meine Stirn usw.

Personen, die denken

Auch die bekannte Skulptur "Der Denker" von Auguste Rodin ist im Prinzip nichts anderes, als die Dar­stel­lung eines Mannes, der zum kon­zen­trier­ten Nach­den­ken sein Gesicht anfässt.

Der Denker von Auguste Rodin

Doch nicht nur zum Nach­den­ken neigen wir uns am Gesicht zu berühren, auch in Schock­si­tua­tio­nen tun wir es oft ganz in­stink­tiv, da es uns ge­wis­ser­ma­ßen beruhigt.

Personen, die geschockt sind

Es gibt also einen klaren Zu­sam­men­hang zwischen unserem Tastsinn und unserer Psyche. Tat­säch­lich wurde dieser Effekt auch von Dr. Martin Grunwald von der Uni­ver­si­tät Leipzip et. al. wis­sen­schaft­lich un­ter­sucht:

Jetzt muss man sich vor­stel­len, es gibt jemanden, der nicht will, dass die Be­völ­ke­rung weit genug geistig zur Ruhe kommt oder dass sie Dingen nicht mit genug Auf­merk­sam­keit und Kon­zen­tra­ti­on folgen kann, was würde er ihr wohl raten...