Das Steuer-Unargument

26.06.2021

Immer wenn jemand gegen die Zahlung von Steuern spricht, gibt es jemanden, der sagt, dass Steuern zwingend notwendig sind, denn schließ­lich wird das Geld gebraucht, um die In­fra­struk­tur auf­zu­bau­en und auf­recht­zu­er­hal­ten. Solange man Straßen benutzt, solle man sich auch nicht be­schwe­ren, dass man dafür bezahlen soll. Aber ehrlich, wer hat danach gefragt? Ich würde liebend gerne auf Straßen ver­zich­ten, wenn ich dafür auch nicht zahlen müsste.

Das Problem mit diesem Argument liegt schon im Kern der Sache, denn wofür braucht man Straßen? Um an weiter entfernte Orte zu fahren. Und zu welchem Zweck macht man es? Um etwas zu kaufen oder zu arbeiten. Also um Steuern zu zahlen. Der ganze Sinn hinter Straßen ist es, um ein weiteres Mittel zu haben, Steuern ein­zu­trei­ben.

Nehmen wir an es gäbe keine Straßen (und keine Autos), dann könnten wir es uns nicht leisten jeden Tag weit entfernte Orte zu besuchen, denn es würde bedeuten mehrere Stunden unterwegs zu sein, um ein­zu­kau­fen oder zur Arbeit zu gehen. Das bedeutet im Um­kehr­schluss auch, wir kon­zen­trie­ren uns mehr darauf möglichst un­ab­hän­gig zu sein. Wir würden unser eigenes Gemüse anbauen und unsere eigenen Tiere halten. Das ist, warum Menschen es früher so gemacht haben. Es gäbe einige kleine Läden von Nachbarn in der Ge­mein­schaft, aber das würde dem Staat fi­nan­zi­ell nicht viel bringen, zumindest noch lange nicht so viel wie größere Un­ter­neh­men und Ketten. Aber diese zen­tra­li­sier­ten Rie­sen­un­ter­neh­men brauchen für den Transport ihrer Waren zwangs­läu­fig Straßen.

Aber große Un­ter­neh­men zahlen auch nicht viele Steuern, denkst du jetzt? Sie haben aber Mit­ar­bei­ter, die es tun. Auch auf allen ihren Produkten fallen Steuern an, sowohl im End­ver­kauf als auch in der Pro­duk­ti­ons­ket­te. Generell ist Arbeit eine weitere falsch be­trach­te­te Tätigkeit, denn würdest du irgendwo auf dem Land leben und hättest kein Auto, müsstest du dich wohl oder übel auf die wenigen Mög­lich­kei­ten an deinem Ort be­schrän­ken. Das würde bedeuten, du würdest dich größ­ten­teils selbst­ver­sor­gen und mit dem Geld, das du nebenbei machst, kaufst du den Rest, den du brauchst, lokal. Das hat für den Staat zur Folge, dass er dich nicht hart genug aus­pres­sen kann. Also muss er eine In­fra­struk­tur bauen, die dazu dient, möglichst viele Steuern zu kreieren.

Dein Geld wird also benutzt, um ein System auf­zu­bau­en, das dafür designed wurde, dir das Geld aus der Tasche zu ziehen. Deswegen kann ich dieses Argument nicht ernst­neh­men und nenne es das Steuer-Un­ar­gu­ment. Denn die In­fra­struk­tur wurde ja nicht für mich oder zu meinem Wohle aufgebaut, das ist nur ein vor­ge­scho­be­ner Grund, in der Hoffnung, dass niemand den Schwindel bemerkt und brav weiter das System ver­tei­digt. Was auch her­vor­ra­gend funk­tio­niert.