Der sogenannte Rasiertrend

04.07.2021

In den letzten Jahren hat sich unter Fe­mi­nis­tin­nen die Norm aus­ge­brei­tet, sich nicht mehr die Arm-, Bein- und Ach­sel­haa­re zu rasieren – und sie stolz in die Kamera zu halten. Ar­gu­men­tiert wird damit, dass es zu viel Zeit in Anspruch nimmt, zu viel kostet und dass es nur ein Trend sei, den die In­dus­tri­en den Frauen aufbürden und von denen die Männer will­kür­li­cher­wei­se befreit sind. Während die ersten beiden Punkte jede für sich selber ent­schei­den kann, glaube ich beim letzten Punkt, dass es mehr ist als nur ein will­kür­li­cher Trend.

Doch wie kamen Frauen dazu ihre Kör­per­haa­re zu entfernen? Stellt man den durch­schnitt­li­chen Mann der durch­schnitt­li­chen Frau gegenüber und beide veränden nichts an ihren Körpern, so wird der Mann eine stärkere Behaarung haben. Nicht nur dichter, sondern auch an mehr Stellen. Der weibliche Körper ist also von Natur aus dazu ge­schaf­fen weniger Haare zu haben. Daher sind weniger Haare weiblich und mehr Haare männlich. Das hat sich niemand aus­ge­sucht, es hat sich von alleine so ent­wi­ckelt. Wenn eine Frau nun ihre Weib­lich­keit un­ter­strei­chen will, kann sie es einen Schritt wei­ter­trei­ben und die Haare entfernen – als Zeichen ihrer inneren Weib­lich­keit. Genauso wie Männer bei gleichen Arbeit schneller und mehr Mus­kel­mas­se aufbauen als Frauen, sind mehr Muskeln ein Zeichen von Männ­lich­keit. Auch das hat sich niemand aus­ge­sucht. Deswegen heben so viele Männer gezielt Gewichte, um mehr Muskeln zu bekommen, als sie es durch na­tür­li­che Arbeit würden. Es geht um die Un­ter­strei­chung ihrer inneren Männ­lich­keit.

Dieser Text soll nicht dazu dienen, um zu sagen, dass sich rasieren oder Ge­wicht­ehe­ben richtig sind und jeder tun sollte, sondern nur dazu, das in meinen Augen falsche Argument zu ent­kräf­ten, dass es sinnlose Praktiken seien. Dass sich diese Praktiken mit einem Grund ent­wi­ckelt haben, nämlich mit dem Grund gezielt einen (ersten) Eindruck beim anderen Ge­schlecht zu hin­ter­las­sen. Mit dem Grund, seine Männlich- oder Weib­lich­keit zu un­ter­strei­chen, bevor man die Person näher ken­nen­lernt.