Die Pharmaindustrie, Everybody's heimlicher Darling

11.12.2020

Mein ganzes Leben lang wurde mir immer der Eindruck ver­mit­telt, dass die Phar­ma­in­dus­trie die Industrie mit dem schlech­tes­ten Ruf oder mit den un­be­lieb­tes­ten Un­ter­neh­men wäre. Dass nach etlichen Skandalen und auch sich ein­ge­bürg­ten negativen Begriffen wie "Big Pharma" die Leute kein wirk­li­ches Vertrauen mehr darin haben. Was aber in den letzten 12 Monaten passiert ist, hat das ganze auf den Kopf gestellt. Innerhalb von nur wenigen Monaten hat sich her­aus­kris­ta­li­siert, dass sowohl Politik (von regional bis in­ter­na­tio­nal) als auch die Wirt­schaft als auch die gesamte Me­di­en­land­schaft als auch große Teile der Be­völ­ke­rung (oder viel­leicht auch der Großteil?) ge­schlos­sen hinter der Phar­ma­in­dus­trie stehen und ein sehr tief­sit­zen­des Vertrauen in sie haben. Dass das Vertrauen so groß ist, dass sie als un­um­stöß­li­che Autorität wahr­ge­nom­men wird, sodass sie bereit sind, die Ent­schei­dungs­frei­heit über das eigene Leben und sogar das eigene Denken abzugeben und auch Leute, selbst die aus dem engsten Umfeld, zu dis­kre­di­tie­ren oder mit ihnen zu streiten, wenn sie denn eine andere Meinung vertreten. Und das alles mit dem wohl ein­fachs­ten psy­cho­lo­gi­schen Werkzeug – nämlich der Angst – dem ältesten Werkzeug in der Trick­kis­te der herr­schen­den Klasse, das immer noch wunderbar funk­tio­niert, obwohl es allein in den letzten zwei Dekaden etliche Male vor den Augen aller an­ge­wen­det wurde und es ei­gent­lich auch allen bewusst ist. Aber es wird wohl niemals aufhören zu funk­tio­nie­ren.