Generische Einleitungen und nervige Strukturen von Artikeln

15.10.2020

Irgendwie ist es unter Jour­na­lis­ten, aber auch unter Vi­deo­ma­chern zum guten Ton geworden, nicht direkt über das Thema zu reden, worum es geht, sondern erst einmal sinnlose Ein­lei­tun­gen zu verfassen. Geht es zum Beispiel um das Vermögen von Putin, dann muss natürlich erst einmal ge­schrie­ben werden wer Putin überhaupt ist, wie lange er schon Präsident ist und so weiter. Geht es um Falsch­mel­dun­gen in Social Media, braucht es auf jeden Fall zu Beginn einen Absatz, in dem be­schrie­ben wird, dass das Internet nicht mehr aus unserem Leben weg­zu­den­ken ist.

Aber nicht nur haben Artikel über­flüs­si­ge Ein­lei­tun­gen, sondern auch nervige Struk­tu­ren, die nur darauf ausgelegt sind sich möglichst oft zu wie­der­ho­len. Eine In­for­ma­ti­on muss immer erstens im Titel stehen, dann in der dick ge­druck­ten Ein­lei­tung, dann in der Bild­un­ter­schrift und dann nochmal im normalen Text, am besten mind. zweimal. So dass man bei jedem Artikel fünf bis sechs mal das gleiche gelesen hat. Ich kann mir vor­stel­len, dass Jour­na­lis­ten diese Vorgabe bekommen und dass dahinter ein System steckt, aber es bleibt trotzdem nervig und so schreibt kein Mensch von sich aus, also lasst den Quatsch doch einfach sein.