Nestlé, der Prügelknabe

18.01.2022

Leute lieben es, auf Nestlé her­um­zu­ha­cken. Das Un­ter­neh­men ist in den letzten Jahren zum Monsanto der Le­bens­mit­tel­kon­zer­ne avanciert und es gibt viele Menschen, die versuchen so gut wie möglich auf seine Produkte zu ver­zich­ten. Dieser Boykott ergibt aber nicht wirklich Sinn. Zwar ist Nestlé ein absoluter Müll­kon­zern, aber nichts was er macht ist ihm exklusiv.

Ist es besser auf Nestlé-Produkte zu ver­zich­ten, aber weiterhin die Produkte von Unilever, Procter & Gamble und co. zu kon­su­mie­ren?

Ein Un­ter­neh­men, auch wenn er noch so groß ist, bestimmt nicht die Regeln des Spiels. Alles, was er macht, wird ge­nau­so­gut jedes andere große Un­ter­neh­men machen.

Abgesehen davon hat Nestlé kein einziges nicht toxisches Produkt im Sortiment, außer viel­leicht das Wasser – aber selbst da ist davon aus­zu­ge­hen, dass es nicht von besonders guter Qualität ist. Wenn man schon einen Boykott macht, sollte man es nicht tun, weil man seine Ma­chen­schaf­ten als unethisch erachtet – da auch jedes andere große Un­ter­neh­men genauso verfährt und man kon­se­quen­ter­wei­se alle boy­kot­tie­ren müsste – sondern weil der Konsum der Produkte ge­sund­heits­schäd­lich ist. Wenn man so vorgeht, kann man pro­blem­los die Produkte aller de­struk­ti­ven Un­ter­neh­men boy­kot­tie­ren, da man nicht mehr auf Marken, sondern auf Inhalte schaut.