Perfektionismus

07.02.2021

Ich will gar nicht wissen, wieviele po­ten­ti­ell groß­ar­ti­ge Projekte nie das Licht der Welt erblickt haben, weil ihre Macher niemals zufrieden genug waren, sie fer­tig­zu­stel­len. Per­fek­tio­nis­mus hat in weiten Kreisen immer noch eine positive Kon­no­ta­ti­on, ist aber in Wirk­lich­keit eine Plage.

Sobald man anfängt die Fer­tig­stel­lung eines Projektes auf die lange Bank zu schieben, weil sie nicht der Ide­al­vor­stel­lung in deinem Kopf ent­spricht, sollten direkt die ersten Alarm­glo­cken läuten. Was auch immer das Ideal ist, frag dich, wenn du es tat­säch­lich genauso hin­be­kommst, wie du es dir vor­stellst, wird es sich niemals ändern? In 2 Jahren? Viel­leicht in 5 oder 10 Jahren, wird es immer gleich bleiben?

Die Antwort ist einfach, natürlich wird es sich ändern. Nun, wenn dem so ist, dann ist es kein Ideal. Wenn sich sowieo alles ändert, wenn sogar alles in der Natur ständiger Ver­än­de­rung aus­ge­setzt ist, was genau glaubst du, strebst du da an?

Mehr als oft zeigt sich in der Praxis erst, dass man ein völlig ver­zerr­tes Bild von der Realität im Kopf hatte. Erst wenn man es macht, wird sich ein echtes und rea­lis­ti­sches Ideal her­aus­kris­tal­li­sie­ren.

Um zu wissen, was man zeichnen will, muss man zu zeichnen anfangen.
– Pablo Picasso

Aber wie kämpft man dieses starke Gefühl an, dass es nicht gut genug ist, dass man we­nigs­tens noch ein bisschen daran wei­ter­ar­bei­ten kann, damit es zumindest einer­ma­ßen deinen Vor­stel­lun­gen ent­spricht? Ganz einfach, indem man sich Prio­ri­tä­ten setzt. Frag dich, was ist der al­ler­ers­te Sinn und Zweck des Projekts? Dann: Was wäre der ein­fachs­te und doch allgemein an­ge­sehns­te Weg genau das um­zu­set­zen? Und genau das machst du dann. Und wenn das Projekt erst einmal gestartet ist, kannst du es immer noch so ändern, wie du glaubst, dass es am besten ist.