Spontanes Training

16.09.2020

Sport teilt die Menschen in zwei Gruppen auf: in die einen, die es lieben zum Training zu gehen und für die es sogar fast eine Sucht ist und in die anderen, die sich jedes Mal dazu über­win­den müssen. Beide Gruppen un­ter­schei­den sich ei­gent­lich nicht sehr von­ein­an­der, das einzig un­ter­schied­li­che ist, wie sie Sport sehen. Während sie gerade trai­nie­ren, macht es auch der zweiten Gruppe Spaß. Der Grund aber, wieso sie sich trotzdem dazu über­win­den mussten, überhaupt damit an­zu­fan­gen, ist weil sie die Aus­füh­rung einer Übung (die ihnen Spaß macht) als Teil eines Programms sehen, das ihnen keinen Spaß macht. Alles, was man immer und immer wieder über viele Wochen und Monate in der gleichen festen Rei­hen­fol­ge wie­der­ho­len muss, ist Arbeit.

Der Kunst­griff besteht darin, dass man sich an kein festes Programm hält. Während es viel­leicht für einen Anfänger wichtig ist so etwas zu haben, um überhaupt rein­zu­fin­den und mit allem vertraut zu werden, kann es nach einiger Zeit fal­len­ge­las­sen werden. Macht man bspw. Fitness, kann man sich von vorn­her­ein fest­neh­men, welche Mus­kel­par­ti­en man trai­nie­ren und wieviele Sätze man insgesamt machen will. Über den Rest braucht man sich keine Gedanken machen. Geht man ins Gym, fängt man einfach damit an, was einem am meisten Spaß macht oder welche Geräte gerade frei sind. Wenn es deine Norm ist, dass du an jedem Gerät drei Sätze machst, du aber diesmal nach dem zweiten keine Lust mehr hast, machst du einfach an einem anderen Gerät den letzten Satz. Und jedes mal, wenn du mit einer Übung fertig bist, überlegst du spontan, was du als nächstes machen willst.

Auf diese Weise weißt du nie, was dich erwarten wird. Jeder Trai­nings­tag wird ein anderes Muster haben und du hast nicht mehr so eine Hürde im Kopf, die du zu über­sprin­gen hast, weil du dich nicht mehr dazu überreden musst, wieder eine Stunde lang Fließ­band­ar­beit zu machen.