Theorie wurde zu Ideologie

22.09.2021

In der Presse wird, wenn über Ver­schwö­rungs­theo­ri­en geredet wird, in den letzten Jahren statt­des­sen immer der Begriff Ver­schwö­rungs­ideo­lo­gie verwendet. Dabei ergibt diese Neu­be­nen­nung nicht einmal Sinn. Denn eine Ideologie ist die eigene Meinung zu einem po­li­ti­schem oder re­li­giö­sem Thema.

Denkt man bspw., dass die Ausgaben fürs Militär erhöht werden sollen, ist dass Teil einer Ideologie von jemandem. Reduziert der Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter aber die Ausgaben und man vermutet, dass der Grund, den er dafür angegeben hat, gelogen ist und er ei­gent­lich andere Absichten hat, ist es eine Theorie. Ideologie geht also um die eigene Meinung, Theorie um die Meinung eines anderen.

Die Presse verwendet trotzdem den Begriff Ver­schwö­rungs­ideo­lo­gie, weil das Wort "Theorie" viel zu positiv behaftet ist und viele Menschen es mit Wis­sen­schaft as­so­zi­ie­ren, während "Ideologie" immer eine Wolke von Ge­hirn­wä­sche über sich zu schweben hat. Daher ver­zich­ten die Medien wie so häufig auf Logik, nur um die Massen zu ma­ni­pu­lie­ren und sie durch ent­spre­chen­de sug­ges­ti­ve Benennung in eine ge­wünsch­te Denk­rich­tung zu lenken.