Über Intervallfasten

16.09.2020

In­ter­vall­fas­ten in ent­lar­vend. Denn während es tat­säch­lich einen nach­weis­lich positiven Effekt auf die Ge­sund­heit hatte, erzählt es doch nur die halbe Ge­schich­te. Das of­fi­zi­el­le Narrativ geht ungefähr so: Jedes Mal, wenn wir essen, schüttet unsere Bauch­spei­chel­drü­se Insulin aus. Dieses Insulin be­schä­digt aber unsere Zellen, sodass der Körper dann einen Me­cha­nis­mus in Gang setzen muss, um diese zu recyceln, genannt Au­to­pha­gie. Um den Körper dabei zu un­ter­stüt­zen, sollten wir am besten 14-18 Stunden nichts essen, denn wenn wir essen (und demnach wieder Insulin aus­schüt­ten) wird der Au­to­pha­gie­pro­zess gedämpft.

Der Elefant im Raum hier ist aber die Frage, wieso unser Essen dazu führt, dass unsere Zellen be­schä­digt werden, sollte es ei­gent­lich nicht genau umgekehrt sein?
Was wäre denn, wenn ich Steine esse oder ir­gend­et­was anderes, was unser Körper ganz of­fen­sicht­lich nicht verdauen können wird? Wird man in den 18 Stunden, in denen wir keine Steine essen, nicht auch eine merkliche Ver­bes­se­rung unserer ge­mes­se­nen Werte bemerken? Sollte man dann empfehlen diese 18 Stunden auf Essen zu ver­zich­ten oder doch lieber sagen, dass es klüger ist, die Steine vom Spei­se­plan zu streichen?

Essen ist die wich­tigs­te über­le­bens­not­wen­di­ge Tätigkeit, die wir bewusst machen müssen, die Rest­li­chen übernimmt der Körper selbst. Es ergibt keinen Sinn, dass diese Tätigkeit, die dazu führen muss, dass unser Körper gestärkt wird und wir so überleben, dazu führt, dass er ge­schwächt wird – es ist paradox. Aber selbst wenn es in ir­gend­ei­ner verqueren Weise für jemanden Sinn ergibt, hört die Sinn­haf­tig­keit spä­tes­tens bei der Tatsache auf, dass unser Körper überhaupt nicht darüber Bescheid weiß. Denn wenn es normal wäre, dass nach jeder Mahlzeit erstmal ein ca. 16-stündiger Re­cy­cling­pro­zess abläuft, dann würden alle kör­per­li­chen Funktion, die damit zu­sam­men­hän­gen, ent­spre­chend angepasst werden. Wir würden dann für diesen Zeitraum auch keinen Hunger oder keinen Appetit spüren. Denn Hunger sagt uns, dass wir was essen sollten – und damit würde der Körper einem sagen, dass man etwas machen soll, was einen es­sen­ti­el­len Prozess stört, den er selbst gestartet hat.

Die einzige Ursache kann natürlich nur darin liegen, was wir essen. Statt künstlich fast den ganzen Tag zu hungern, ist es klüger etwas zu essen, das die Zell­re­ge­ne­ra­ti­on fördert.