Unser Krieg gegen die Natur

31.07.2020

Wir mögen es in die Natur zu gehen, weil wir dann wieder mit der natürlichen Symmetrie, der natürlichen Ordnung konfrontiert werden. Unbewusst wissen wir, dass unser Leben diesen Regeln und Prinzipien unterworfen ist, aber wir sind so gefangen in menschengemachten Konzepten, besonders in größeren Städten, dass wir die fehleranfälligen menschlichen Ideen und Erfindungen mitunter für natürlich halten. Und nichts anderes sind Zivilisationen, sie sind eine zweite Natur.

Zu allem, was die Erde von sich aus zu bieten hat, erschaffen wir eine eigene Version. Selbst Dinge, für die wir keine Alternativen haben, wie Bäume, pflanzen und züchten wir selber. Wo und wie sie wachsen, wird streng kontrolliert und nichts wird dem Zufall überlassen. Es ist nahezu unmöglich echte Wälder in Industrieländern zu finden. Das ist eine klare Konkurrenz für die Natur. Tatsächlich ist "Menschlicher Fortschritt" nichts anderes als ein Euphemismus für "Krieg gegen die Natur".

Ich bin nun kein Befürworter dafür, dass wir alles zerstören und sofort in Urwälder zurückkehren, aber wir müssen uns vor Augen halten, dass alle Probleme, die Menschen haben, davon kommen, dass wir in künstlichen Konstrukten leben, künstliche Vorstellungen haben und darauf basierend künstliche Dinge machen und essen. Egal, ob es körperliche, mentale, gesellschaftliche oder ökologische Probleme sind, sie sind zurückzuführen auf unseren Krieg gegen die Natur. Da ein Krieg aber beidseitig ist, schlägt die Natur auch zurück. Wenn wir etwas falsches essen, merken wir es entweder sofort oder im Laufe der nächsten Jahre. Damit sagt die Natur dir, dass du gegen ihre Prinzipien handelst und sie für diesen Angriff einen Gegenangriff starten wird. Da findet eine relativ schnelle Reaktion statt, weil unser Körper eine kleinere Einheit ist und der Krieg daher auf einer kleineren Dimension stattfindet. Bei Gesellschaften und politischen Systemen dauert es länger, aber früher oder später werden auch sie zusammenbrechen in Konflikten und Kriegen. Im Größenverhältnis der Erde dauert die Reaktion natürlich noch einmal länger. Aber sie wird kommen. Und soviel sei gesagt, die Natur (die erste und richtige!) verliert nicht.