Wann lesen Zeitverschwendung ist

25.06.2021

Ich schrieb vorher schon mal, dass Bücher über­be­wer­tet sind, doch hier möchte ich das noch etwas ergänzen bzw. kon­kre­ti­sie­ren. Ich un­ter­schei­de generell zwischen zwei Arten von Lesern. Die einen lesen Fantasy, Science-Fiction, Krimis usw., also zur Un­ter­hal­tung, die anderen nur Sach­bü­cher oder Klassiker, die von anderen als besonders wertvoll oder be­deu­tungs­voll erachtet werden, sie lesen also, um etwas zu lernen, sehen Bücher sozusagen als Mittel zum Zweck an. Während die erste Gruppe Spaß am Lesen als Tätigkeit hat, sieht die letzte es als not­wen­di­ges Übel an.

Dieser Post bezieht sich auf die letzte Gruppe. Denn diese sind die Haupt­ziel­grup­pe von Selbst­hil­fe­bü­chern und damit Opfer der zeit­ver­schwen­de­rischs­ten Bücher, die es gibt. Während lesen zu Un­ter­hal­tungs­zwe­cken we­nigs­tens den Sinn hat, dass es Spaß macht, erwecken Selbst­hil­fe­bü­cher den Eindruck, dass sie Gehalt haben und betreiben damit fast schon Eti­ket­ten­schwin­del. Das sieht man gut daran, dass ihre Leser selten nur ein oder zwei Bücher dieser Art auf dem Regal haben. Wenn sie funk­tio­nie­ren würden, wäre es kein großer, lu­kra­ti­ver Markt. Deswegen: hört auf diesen Schund zu lesen! Wenn ihr unbedingt eines gelesen haben wollt, nehmt zumindest einen Autor wie Carnegie, denn alles, was heut­zu­ta­ge in dem Bereich gesagt wird, sind sowieso nur die gleichen durge­kau­ten Ideen, die die Begründer dieser Literatur im 19. und 20. Jahr­hun­dert vor­ge­stellt haben; wieso also nicht gleich das Original lesen? Ansonsten: wählt lieber immer Phi­lo­so­phie, da bekommt ihr die Ideen auf ge­halt­vol­le­re Weise prä­sen­tiert.