Zivilisatorische Medizin

17.12.2020

Mir ist vor längerem schon auf­ge­fal­len, dass Dinge, die für uns selbst­ver­ständ­lich sind, aber außerhalb von (modernen) Zi­vi­li­sa­tio­nen keinen Bestand haben, nichts weiter sind als Medizin.

Immer wenn man kör­per­li­che Be­schwer­den hat und zum Arzt geht, dann nur, weil man entweder etwas getan oder etwas aus­ge­setzt war, das schlecht für uns ist. Wenn man bei­spiels­wei­se zu viel in­dus­tri­ell her­ge­stell­te Nahrung zu sich nimmt, für die der Körper ganz of­fen­sicht­lich nicht ausgelegt ist, nimmt er Schaden und Medizin ist dann eine Kom­pen­sa­ti­on dafür, d.h. du musst etwas un­na­tür­li­ches und men­schen­ge­mach­tes zu dir nehmen, das Ne­ben­wir­kun­gen hat, weil du dich selbst einer un­na­tür­li­chen und men­schen­ge­mach­ten Sache aus­ge­setzt hast.

Wenn wir in un­na­tür­li­chen, men­schen­ge­mach­ten Struk­tu­ren wie Groß­städ­ten leben, un­na­tür­li­che Be­zie­hun­gen führen, un­na­tür­li­cher Strahlung aus­ge­setzt sind usw., entstehen nicht nur die üblichen zi­vi­li­sa­to­ri­schen und psy­chi­schen Krank­hei­ten, sondern auch eine Ent­frem­dung von der Natur. Die Folge daraus ist, dass wir völlig na­tür­li­che Dinge fürchten, wie den Tod. Während Menschen, die sehr naturnah lebten, ganz anders über den Tod, über das Leben und über andere Menschen nach­ge­dacht haben. Sie hatten einen ganz anderen Bezug zu ihrem Stamm und allein die Vor­stel­lung, dass wir Gesetze brauchen, um unser Zwi­schen­le­ben zu regeln, wäre für sie völlig absurd gewesen. Politik und Religion sind demnach nicht umsonst mit Zi­vi­li­sa­tio­nen eng gekoppelt, denn sie sind nichts weiter als Medizin. Während Politik und Gesetz ein Me­di­ka­ment zur Kontrolle ist, ist Religion nichts weiter als ein wohl getarnter Be­wäl­ti­gungs­me­cha­nis­mus. Wir leben auf eine Weise, wie wir es nicht sollten, da wir nicht dafür aus­ge­rich­tet sind und erleiden so Schäden, die wir mit Politik und Religion als unsere Medizin heilen wollen, trotz der vielen Ne­ben­wir­kun­gen.